Menschenrechte kommen unter die Räder!

Im Zuge der Corona-Pandemie kommen weltweit die Menschen-rechte unter die Räder und die Menschenrechtslage hat sich während der Corona-Pandemie rund um den Globus verschlechtert. Zu diesem Schluss kommt Amnesty International (AI) in seinem neuen Jahresbericht.

Prangert Missstände an: Markus N. Beeko

In vielen Teilen der Welt verstärke die COVID-19-Krise bestehende Ungleichheit, Diskriminierung und Unterdrückung. Dabei litten verletzliche Gruppen wie vorerkrankte Menschen, Beschäftigte im Gesundheitswesen, Minderheiten sowie Frauen und Kinder am meisten, beklagt die Menschenrechtsorganisation.

Missbrauch der Krise

„Millionen von Menschen waren im letzten Jahr massiv der Pandemie und ihren Folgen ausgesetzt, ohne dass Regierungen weltweit ihrer menschenrechtlichen Schutzpflicht ausreichend nachgekommen wären“, erklärte der Chef von AI Deutschland, Markus N. Beeko. „Zahlreiche Staaten missbrauchten die Gesundheitskrise, um weiter rechtsstaatliche Prinzipien aufzulösen und Rechte einzuschränken, oder nahmen billigend den Tod von Menschen aus Risikogruppen oder dem Gesundheitssektor in Kauf.“

„Kritik an den Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen habe zu Festnahmen, Entlassungen oder anderen Strafmaßnahmen geführt. In 42 von 149 untersuchten Ländern hätten staatliche Stellen Gesundheitspersonal in Zusammenhang mit der Pandemie drangsaliert oder eingeschüchtert.

Der AI-Bericht stellt außerdem in vielen Regionen einen erheblichen Anstieg von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt fest. Für Frauen sowie Homo- und Transsexuelle seien viele Hilfsangebote nicht mehr verfügbar gewesen. In mindestens 24 Ländern dokumentierte Amnesty „glaubwürdige Vorwürfe“, dass Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität festgenommen worden seien – ein Anstieg um 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Egoismus ohne Ende

„Die Pandemie hat auch die Mittelmäßigkeit und Verlogenheit, den Egoismus und den Betrug unter den Machthabenden dieser Welt verstärkt“, schreibt die neue Amnesty-Generalsekretärin Agnès Callamard im Jahresbericht. So hätten mehr als 90 Länder Exportbeschränkungen für medizinisches Gerät, Schutzausrüstung, Arznei- und Nahrungsmittel verhängt. Die Welt sei derzeit „unfähig, bei einem globalen Ereignis mit großen Auswirkungen effektiv und gerecht zusammenzuarbeiten“, so Callamards ernüchternde Bilanz.

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